Sonntag, 31. Oktober 2010

Kurioses zum Sonntag: Frauenparkplatz

Die Schweiz präsentiert sich uns Ausländern immer wieder als innovatives Land. Frauenparkplätze sind ein alter Hut. Unsere Nachbarn sind da schon viel weiter, hier gibt es auch Frauensitzplätze. Da kann die Frau nicht nur ihr motorisiertes Vehikel in dunklen Nächten abstellen und sicher parkieren. Hier kann die Frau nach 20 Uhr sogar ihren Allerwertesten in Busfahrernähe parken und sich absolut sicher fühlen. Auf den ersten Blick lustig, auf den zweiten Blick sinnvoll und auf den dritten Blick wieder lustig. Auf jeden Fall hören die Schweizer nicht auf, mir lustigen, kuriosen und sehenswerten Stoff für weitere Geschichten zu liefern.

Fußballvideo

Hier ein kleiner Einblick in die Kurve. Die Verständlichkeit der Fan-Gesänge war teilweise eher, wie wenn ich mir SSC Neapel gegen Slovan Liberec angeschaut hätte, was der Sympathie für die Fans aber keinen Abbruch getan hat. Es waren zwar nicht viele Menschen im Stadion, aber die Fans, die treu hinter ihrer Mannschaft stehen, haben das ganze Spiel eine top Stimmung gemacht.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Auf Tour: FC Zürich gegen FC Luzern


Bei Temperaturen, die eher an Eishockey erinnern, haben wir uns Fußball angeschaut. Im Stadion Letzigrund hat am Mittwochabend das Spitzenspiel der schweizer Axpo Super League stattgefunden. In einem Nachholspiel sind der Tabellenführer Luzern und der Drittplatzierte Zürich aufeinander getroffen.
So sind wir am späten Nachmittag nach „Schauspielerei“ direkt nach Züri gefahren. Mit einigen Kommilitonen, bzw. deren Freunden und Bekannten, haben wir uns die Zeit bis zum Anpfiff in einer kleinen Bar unweit des Stadions vertrieben. Gut gestärkt und aufgewärmt sind wir zum Stadion gepilgert. Die Sicherheitskontrollen am Stadion sind, wenn man deutsche Verhältnisse gewöhnt ist, ein Witz. Ich wurde nicht einmal abgetastet. Meiner Meinung nach verläuft das in der Schweiz lockerer und weniger verkrampft als bei uns. Bei eisigen Temperaturen sind wir in der Züri-Kurve gestanden. Nach nur drei Minuten ist auch schon das 1:0 für den FCZ gefallen. Ein gelungener Start ins Spiel. Ingesamt war beim Spiel ganz schön viel Gerumpel dabei, aber die beiden Mannschaften haben gekämpft und gearbeitet. Die meisten Fangesänge habe ich immerhin verstanden, bei einigen speziellen Liedern war ich allerdings etwas ratlos und musste mir von den schweizer Kollegen übersetzen lassen. Auffällig war die gute Stimmung im Stadion. Die Fans waren voll dabei und haben das ganze Spiel fast pausenlos angefeuert und gesungen. Die rund 12 000 Zuschauer konnten sich nach dem Abpfiff auch nicht über das leistungsgerechte 2:2 der Mannschaften beschweren. Bevor wir das Stadion verließen, haben wir uns noch einen Burger an einer Imbissbude geholt. Nach dem Spiel sind alle Esswaren an den Ständen deutlich billiger. So sind wir in den Genuss eines 3 CHF-Burgers gekommen, der nicht nur lecker, sondern auch groß war.
Bevor wir mit dem letzten Zug aus Züri wieder nach Winterthur fuhren, haben wir uns bei einer anderen Bar für die Heimreise gestärkt. Beim Austausch über das Spiel haben wir den Abend dort gemütlich ausklingen lassen.

Golfvideo

Sonntag, 24. Oktober 2010

Kurioses zum Sonntag: Alien-Panther sorgt für Angst und Schrecken


Ein bisher unidentifiziertes Wesen aus einer anderen Dimension streift durch die WG. Zuvor haben wir es im Garten beim Trampolinspringen beobachtet. Aus aktuellem Anlass berichten wir aus unserem Schutzbunker, der in der Schweiz, zum Glück, bei jedem Haus Pflicht ist. In unserem Keller sitzen wir nun im Luftschutzbunker und machen uns Suppe auf dem Campingkocher. Das pantherartige Wesen muss heute Nachmittag durch die offene Terrassentür in das Haus eingedrungen sein. Bei der Sichtung hat es uns mit seinen grünen Augen angefunkelt und ließ uns keine andere Wahl, als zu flüchten. Auch die bereitgestellte Milch konnte die Kreatur nur kurzzeitig bändigen. Während der Flucht gelang es mir noch ein paar Bilder mit dem Handy zu schießen. So lange sich das Wesen in unserem Haus aufhält, müssen wir nun im Bunker ausharren. Wir hoffen das Beste und melden uns, wenn die Gefahr gebannt ist. Betet für uns.

Auf Tour: Internationales Golfen bei Zürich


An diesem Samstag hat das ESN zum gemeinschaftlichen Golfen geladen. Nach Anfangs regem Interesse im Internet waren wir schlussendlich noch zu acht. So bin ich mit den sieben Sportskameraden, bzw. sechs Sportskameraden und eine Sportskameradin, nach Spitzacker gefahren. Dort betreibt ein lustiger Ire mit seiner Frau eine kleine, aber feine Driving Range. Einer der drei schweizer ESNler spielt seit vielen Jahren Golf und hat mit uns einen kleinen Einsteigerkurs zum Thema Schwung und Körperhaltung gemacht. Nach anfänglichem Probieren und Aufwärmen haben wir unseren kleinen „Wettkampf“ gestartet. Zuerst flogen die Bälle, getrieben von den kleinen Eisen über den Rasen. Im Anschluss haben wir die großen Prügel gezückt und rückten den kleinen Kugeln etwas rabiater zu Leibe. Innerhalb kurzer Zeit stand fest, dass Frankreich mit einer Starterin und einem Starter, nichts mit dem Sieg zu tun haben wird. So entwickelte sich ein Dreikampf zwischen Holland, mit einem Starter, Schweiz, mit drei Startern und Deutschland, mit zwei Startern. Die ausgiebige Erfahrung und die anmutende Technik unseres holländischen Sportskameraden sorgten für großen Respekt am Abschlagpunkt. Insgesamt ist aber die geschlossene Mannschaftsleistung der schweizer Kollegen hervorzuheben.
Nachdem die letzten Bälle auf das Grün geschlagen wurden und sich allmählich der Durst einstellte, zogen wir in einen nahe gelegenen Pub. Dort wurde noch ein bisschen über den angeblichen Snob-Sport philosophiert und ein kühles Blondes genossen. Wieder in Winterthur angekommen hat mich Jens ins Wohnheim eingeladen. Im Camp Maximus, dem grössten Wohnheim, leben ungefähr 70 Studenten. Mit eigenem Fitnessstudio im Keller und einer wunderbaren Dachterasse, ist es wohl auch das schönste aller Studentenresidenzen. Zehn bis zwölf Bewohnerinnen und Bewohner teilen sich eine große Wohnküche mit Fernsehecke und Esstisch. Bei Fajitas in internationaler Runde haben wir wichtige Wörter und Sätze der jeweiligen Landessprache ausgetauscht. Jetzt können die Engländer und Spanier auch fehlerfrei „Klick, Zisch und weg“ und noch vieles mehr aussprechen.  

Dienstag, 19. Oktober 2010

Auf Tour: Luzern


Dieses Wochenende waren wir fleißig auf Tour. Am Freitag waren wir mit schweizerischen und österreichischen Unterstützung im Club „Bolero“ (http://www.bolero-club.ch/) auf der „Students Eldorado“-Party. Am nächsten Tag sind wir nach Luzern gefahren. Nach einer langen Nacht fiel das Aufstehen noch schwerer, als es mir normalerweise schon fällt. Desiree unsere einheimische Kommilitonin hat uns durch die Luzerner Innenstadt geführt. Zu Beginn unserer Tour durften wir die Kapellbrücke, die älteste, gedeckte Holzbrücke der Welt bestaunen. Neben Massen von asiatischen Touristen haben wir uns über die Brücke von der Neustadt, in die Altstadt geschlängelt. Vorbei am Wahrzeichen von Luzern, dem Wasserturm und am Touri-Souvenir-Shop sind wir über die Planken aufs Festland gewandert. Währenddessen lief auf der Reuss, dem Fluss, der aus dem Vierwaldstättersee fließt, ein Ruderrennen. Die Herren der Siegermannschaft haben sich ausgiebig und im Boot stehend von den Zuschauern bejubeln lassen. So weit meine Schweizerdeutsch-Kenntnisse reichen, haben sie auch die Kollegen der Verlierermannschaft etwas gefrotzelt, bzw. ihnen scherzhaft ihre Ruder-Kompetenz abgesprochen. Nach einer Tour durch die wunderschöne Luzerner Altstadt sind wir, auf Empfehlung von Desiree, Richtung Löwendenkmal gepilgert. Die wirkliche imposante Felsenskulptur steht zu Ehren der schweizer Gardisten, die während der französischen Revolution, bei der Bewachung Ludwig XVI., gefallen sind. Auch dort haben wir uns gegen die asiatischen Touristen, um den Platz der besten Foto-Position behauptet. Von dort sind wir direkt in den Gletschergarten weitergewandert. Die Ausgrabungen zeugen vom Luzern in der Eiszeit vor 20000 Jahren und während der subtropischen Zeit vor 20 Millionen Jahren. Von so viel Kultur und Kultur geschafft mussten wir uns erst mal im „Alhambra“-Spiegellabyrinth und dem Spiegelmuseum austoben. Bei durchwegs bescheidenem Wetter sind wir wieder durch die Stadt zum Ausgangspunkt gelaufen. Am Bahnhof haben wir uns noch einen kleinen Snack genehmigt und sind zufrieden, durchgefroren und müde gen Heimat gefahren. Daheim angekommen blieben nur noch Tee und Bett, um einen wunderbaren und trotz Party-Nachwehen geprägten Tag zu vollenden.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Kurioses zum Sonntag: Dosen-Energie

Was dem einen sein Kaffee, ist des anderen Energie aus der Dose. Ein weiteres Kuriosum, dass mir in den ersten Tagen Schweiz aufgefallen ist. Meine schweizer Kommilitoninnen und Kommilitonen trinken massenweise Energy-Drinks. Was an unserer Hochschule Kaffee getrunken wird, schaffen die Winterthurer locker an Dosen-Energie.
Die Seite PharmaWiki sagt dazu folgendes: „Energy Drinks sind coffeinhaltige Spezialgetränke, die unter anderem Zucker, Coffein, Taurin und Vitamine enthalten. Sie werden bei erhöhter körperlicher oder geistiger Anstrengung konsumiert. Für die stimulierenden Effekte sind in erster Linie das Coffein und der Zucker verantwortlich. Zu den möglichen unerwünschten Effekten gehören Nebenwirkungen des Coffeins wie Nervosität, Schlafstörungen und Abhängigkeit. Energy Drinks sind, sofern nicht künstlich gesüsst, Kalorienbomben und sollten nur zurückhaltend und nicht von Kindern oder Schwangeren eingenommen werden. Es ist ratsam, sie nicht mit Alkohol zu mischen.“
Der hohe Konsum des nach flüssigen Gummibärchen schmeckenden Gebräus, könnte auf jeden Fall am Preis und am Sortiment liegen. So viele Sorten habe ich noch nirgendwo anders gesehen. Außerdem kostet die Dose Discount-Drink zwischen 0,70 und 1,10 CHF, der Kaffee in der Cafete kostet 1,80 CHF.
Zum Thema Koffeinkonsum zitiere ich eine Kommilitonin: „Nach drei bis vier Tassen Kaffee, kann ich Kaffee nicht mehr sehen, dann brauche ich was anderes.“
Naja, wenn ich das Studium komplett in Winterthur durchziehen müsste, wäre ich wahrscheinlich auch schon Mitglied bei den Koffeinjunkies, momentan komme ich aber mit Kaffee und Schwarztee noch ganz gut über die Runden. Ich für meinen Teil, kann das Gesöff eh nicht leiden, aber zu sehen, wie sich Studenten das Zeug um kurz vor acht Uhr, vor der ersten Vorlesung, zur Zigarette reinziehen, ist auch gewöhnungsbedürftig.

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Tradition und Internationale

Die letzten Tage und Wochen sind im Flug vergangen. Aufstehen, FH, WG, Partys, Schlafen und das Ganze wieder von vorne. Die langen Tage an der FH strengen ungemein an, vor allem das frühe Aufstehen. Weil ich die letzten Wochen nicht so fleißig und strebsam war, was das Bloggen angeht, werde ich jetzt nach und nach aufholen.
Am Donnerstag war ich mit Jens, einem Kollegen aus Lingen und mit Mario aus Graz im Türmlihuus, einem, der vielen Studentenwohnheimen. Die hauseigene und von Studenten betriebene Bar öffnet alle zwei bis drei Wochen an einem Donnerstag und bietet Drinks zu Studentenreisen (Bier 4 CHF, Longdrink 7 CHF, Shot 3 CHF) im rustikalen Keller-Ambiente. Dort haben wir auch noch eine Bekannte aus Edinburgh und einige bekannte Spanierinnen und Spanier getroffen. Ein rundum tip, top-Abend.
Letztes Wochenende hat sich eine internationale Delegation in unserem Heim eingefunden. Wir haben zum Chäs-Fondue geladen und Spanien, England, Schweiz, Österreich, Deutschland und Frankreich haben sich nicht lange bitten lassen. Mit rund 20 Studentinnen und Studenten waren unser Wohnzimmer und die Küche ganz gut gefüllt. Florian, der Freund einer unserer schweizer Kommilitoninnen, hat sich dem Käse im Topf angenommen. Als einheimischer Experte hat er uns ein vorzügliches Mahl gezaubert. Bei Wein,  Bier und Kaiser-Mischung haben wir königlich getafelt. Gemüse, verschiedene Sorten Brot und alles, was sich sonst noch finden ließ, wurde im heißen Käse versenkt. Ach ja, Mario aus Graz hat uns die Kaiser-Mischung gezeigt. Weißwein wird mit etwas Holunderblütensirup eiskalt serviert. Mir persönlich ist es etwas zu süß, aber die meisten Mädels finden es gut.
Nach einem lustigen Abend ging es mit einem Käse-Stein im Magen ins Bett, zur verdienten Verdauungspause.Demnächst gibt es wieder Aktuelles aus der WG und aus der Schweiz. Am Sonntag gibt es wieder eine Ausgabe von Kurioses zum Sonntag.
Fotos: oben rechts: Die Truppe zu späterer Stunde; unten links: Mario und Jens in unserer Küche