Sonntag, 28. November 2010

Kurioses zum Sonntag: NZZ im falschen Abteil

Wie diese Qualitätszeitung sich ins falsche Fach verirren konnte bleibt wohl ewiglich ein Rätsel. Ich kann nur spekulieren, wie die ‚Neue Zürcher Zeitung’ in das Fach der Gratiszeitung ‚20 Minuten’ gekommen sein könnte. Hier vier mögliche Lösungen des Rätsels:
  1. Ein verärgerter NZZ-Leser hat die Zeitung dorthin befördert, weil er auf einen Qualitätsverlust der Zeitung aufmerksam machen will.
  2. Ein verärgerter 20 Minuten-Leser hat die Zeitung in das Fach gelegt, um sein Qualitätsverständnis zu demonstrieren.
  3. Ein Zeitungsleser hat das 20 Minuten-Fach einfach als Abfall für seine gelesene NZZ verwendet.
  4. Ich habe die Zeitung dort deponiert und gaukle hier etwas mordsmäßig kurioses vor.

Winter in Winterthur

Es ist weiß in Winterthur. Vor diesem Wochenende hat es das erst mal richtig geschneit. Pünktlich bevor unsere Wochenend-Gäste aus Gelsenkirchen eingetroffen sind hat es angefangen. So konnte Winterthur mit der winterlichen Puderzuckerlandschaft ganz gut die Schweizklischees erfüllen. Das Beste daran, der Schnee bleibt sogar liegen, zuvor ist das weiße Nass immer sofort wieder weggetaut. Das Schlechteste daran, der Himmel ist grau und die Temperatur eher ungemütlich. Aber das Wochenende war sensationell.
Bei meinem nächsten Eintrag werde ich über das Wochenende mit den sieben Sportsfreundinnen und Sportsfreunden aus Gelsenkirchen etwas näher berichten. Gemeinsam haben Kommilitoninnen und Kommilitonen  uns hier während unseres Auslandssemesters in der Schweiz besucht. So hatten wir endlich mal wieder geballte JPR-Stimmung. Ausführlicheres gibt es später. Ich kann so viel sagen, es war ein Traum…

Sonntag, 21. November 2010

Kurioses zum Sonntag: Illegales Entenrennen in der Berner Innenstadt

Spektakuläres spielt sich in der Berner Innenstadt ab. Im Stadtkanal hat das große Entenrennen stattgefunden. Für dieses einmaligen Renn-Event der Spitzenklasse müssen einige Faktoren zusammenkommen:
  1. Mindestens zwei mittelmäßig Bekloppte Erasmus-Studenten
  2. Eine Idee
  3. Einen Stadtkanal mitten in der Fußgängerzone
  4. Einen Touri-Laden, der neben schweizer Schoggi und Offiziersmessern zufällig Badeenten verkauft
Das Beweisvideo folgt in Kürze. Recht herzlichen Dank mal wieder an Jens, für das Video und einen mehr als gelungenen Tag.

    Donnerstag, 18. November 2010

    Auf Tour: Bern

    Was schwer möglich erscheint, bewahrheitet sich dennoch. Die besichtigten Städte in der Schweiz werden immer schöner. Luzern und Zürich sind sehr schöne Städte, aber Bern ist außergewöhnlich. In der schweizer Hauptstadt leben 130 000 Menschen, dementsprechend überschaubar ist die Innenstadt. Durch schmale Gassen und Fußgängerzonen zwischen alten Gebäuden sind alle Lokalitäten schnell zu erreichen.
    Das Münster besticht durch Anmut und Größe. Auf dem Bundesplatz, direkt neben der schweizer Nationalbank erstreckt sich das Bundeshaus. Hinter dem Bundeshaus von den Terrassen hatten wir einen wunderbaren Blick über Bern. Am Horizont, ähnlich unwirklich einer Fotomontage erheben sich die Berge. Eiger, Mönch und Jungfrau strecken ihre rund 4000 Meter hohen Gipfel in die Wolken. Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter. Bei strahlendem Sonneschein und angenehmen Temperaturen sind wir durch die Innenstadt geschlendert.
    Nach der Fußgängerzone in der Altstadt, welche UNESCO-Weltkulturerbe ist, haben wir die Nydeggbrücke und damit die Aare überquert. Von dort fällt der Blick sofort auf den Bärengraben. Er ist Teil des Bärenparks in Bern. Zu Ehren des Wappentiers der Hauptstadt und des ganzen Kantons wurde ein großer Park für die Bären gebaut. Im Park leben momentan die Eltern Finn und Björk mit ihren Kindern Berna und Ursina. Die kleinen Bären sind ein richtiger Publikumsmagnet und so bestaunen und begaffen an manchen Tagen Tausende die Bärenfamilie.
    Nach einem traumhaften Tag mit Layla, einer schweizer Kommilitonin, Jens, Sindy und Larissa sind wir im Dunkeln wieder zurück nach Winterthur gefahren. Das Leben wie es sein sollte.
    (Fotos: 1. Blick über Bern; 2. Kirche in der Innenstadt; 3. Bundeshaus; 4. Unsere Reisetruppe; 5. Eiger, Mönch und Jungfrau v.li.; 6. Münster; 7. Bärenpark von der Nydeggbrücke aus fotografiert; 8. Bär Finn; 9. Sonnenuntergang







    Montag, 15. November 2010

    Kurioses zum Sonntag: Digital-Jesus

    Glücklicherweise wissen einige Kommilitoninnen und Kommilitonen von meinem Blog. In diesem Fall ist es ein echter Kommunikationsexperte gewesen, der mich auf folgendes Aufmerksam gemacht hat. Danke an Jens für dieses Bild. Mein Kollege hat mich mit nebenstehendem Bildmaterial versorgt, weil er von meiner Sonntags-Kuriositätenecke weiß. Gesichtet wurde diese wunderbare, nennen wir sie mal, Kirchenanzeige, in Zürich. Erinnert etwas an „Jede Zelle meines Körpers ist glücklich…“. Insgesamt ist es aber eine clevere Idee die Mitmenschen zu erheitern. In jedem Fall spricht nichts gegen "Ich freue mich und bin fröhlich".  Persönlich wäre ich eher für stärkere interreligiöse Botschaften wie: „Shalom“; „Salam“; „Möge die Macht mit dir sein“, oder auch „Hüte dich vor der dunklen Seite der Macht“.Aber noch ist nicht aller Tage Abend und vielleicht finde ich dort das nächste mal wenn ich vorbei komme einen Briefkasten für Spruch-Vorschläge...

    Donnerstag, 11. November 2010

    Auf Tour: Zürich

    Der Blick auf die Stadt ist atemberaubend. Dank guter Aussicht streift der Blick den Zürichsee, das Fraumünster, den Limmat und in der Ferne die schneebedeckten Gipfel der Alpen. Bei besserem Wetter können bestimmt noch mehr Schönheiten bewundert werden. Zürch, oder Züri, wie die Stadt hier genannt wird, ist die größte Stadt der Schweiz. Bei 380 000 Einwohnern werden manche Kommilitoninnen und Kommilitonen aus dem Pott wahrscheinlich schmunzeln, für die Schweiz ist es riesig. In der Agglomeration leben insgesamt rund 1,1 Millionen Menschen.
    Die massiven Steinbrücken über den Limmat und die vielen alten und grauen Gebäude mit Säulen und Erkern verleihen Züri etwas Mittelalterliches. Die Promenade am Zürichsee gewährt einen traumhaften Blick über Teile des Sees. Vorbei am Zwingli-Denkmal schlängelt sich der Zürcher von Marroni-Stand zu Marroni-Stand. Allgemein gibt es in der Schweiz überall Esskastanien zu kaufen, im Supermarkt genauso wie auf der Straße. Aber in Zürich ist es extrem, alle 200 Meter steht ein kleiner Wagen, oder Stand und verkauft die braunen Kugeln. Richtig zubereitet sind die mehlig-nussig schmeckenden Marroni ein echter Gaumenschmaus.
    In der Stadt klingen viele verschiedene Sprachen durch das Stimmengewirr. Italienisch, Französisch, Schwiizerdütsch, Hochdeutsch und noch einige Sprachen und Dialekte mehr dringen ans Ohr. Was am Tag, bei schlechtem Wetter schon richtig schön ist bekommt aber in der Nacht eine ganz eigene Ausstrahlung. Oder eher Anstrahlung, Stromverbrauch scheint kein Thema zu sein, alle größeren Gebäude und Brücken in der Stadt werden beleuchtet. Wenn die Dunkelheit hereinbricht verstummt das Stadtleben noch lange nicht. Bars, Kneipen, Lounges und Clubs werben mit Leuchtschrift und laden zum Essen, oder zum Getränk. Groß, aber nicht reizüberflutend und unüberschaubar präsentiert sich Zürich als gemütliche Weltstadt mit Charme und Schönheit. Fazit: Immer einen Besuch wert!

    Sonntag, 7. November 2010

    Kurioses zum Sonntag: Grammatikalischer Minimalismus


    Unsere Schweizer Freunde haben einige sprachliche Besonderheiten. Ob das nebenstehende Schild, bzw. die Aussage auch dazugehört, vermag ich nicht zu sagen. Gefunden habe ich es vor einer Dönerbude, die kaum mehr als zehn kleine Tische im Inneren hat. Ob das die normale Ausdrucksweise ist, um den vorbeilaufenden potentiellen Gästen zu erzählen, dass es nun einen Raucherbereich im Inneren gibt, bleibt auch schleierhaft, zumal seit kurzem der Nichtraucherschutz in der Schweiz sehr ernst genommen wird. Zuerst habe ich es als Aufforderung verstanden ein eigenes Raucherabteil zu eröffnen. Nach dieser kurzen Freude musste ich feststellen, dass es kein Satzzeichen gibt, welches meine Annahme bestätigen konnte. Die Nähe des Schildes zum Bahnhof hat mir auch Mut gemacht. Vielleicht darf ich in der Schweiz auf der nächsten längeren Zugfahrt ja mal legal und nicht nur auf der Toilette rauchen. Auch diese Theorie musste ich leider bei der nächsten Zugfahrt verwerfen. Naja, dass es in Deutschland einmal Raucherabteile in Zügen und zwar nur in Zügen gab, ist auch schon lange her. Theorie hin, Theorie her, sei’s drum, demnächst werde ich wohl mal investigativ das Raucherabteil besichtigen und mir einen Döner für neun Franken genehmigen.

    Donnerstag, 4. November 2010

    Auf Tour: Jungkunst Winterthur


    Durchgeknallte junge Künstler rocken die Industrieruinen Winterthurs. Man kann es als Neuling in Winterthur kaum glauben, aber die Stadt gilt als die ehemalige Industriestadt in der Schweiz. Ein bisschen Pott in der Schweiz also. In Winti, wie die Eingeborenen die Stadt oft nennen, gab es bis in die Achtziger eine florierende Maschinenindustrie. Firmen wie Sulzer und Rieter haben ihre Produkte in die ganze Welt verkauft. Wo einst verdreckte Industriearbeiter Metall gedreht und gefeilt haben stehen heute Kulturzentren. In einer dieser alten Maschinenhallen haben junge Nachwuchskünstler am vergangenen Wochenende ihre Werke präsentiert. Jungkunst (http://www.jungkunst.ch/) nennt sich die regelmäßig stattfindende Veranstaltung.
    Bei prächtigem Sonnenschein und äußerst angenehmen Temperaturen hat zuerst eine kleine Tour durch die Stadt gut getan. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Altstadt sind wir zur Ausstellung geschlendert.
    Die Werke hätten unterschiedlicher nicht sein können. Fotografien, Fotomontagen, Zeichnungen, Malereien, Skulpturen und noch einiges mehr, dessen korrekte Bezeichnung nicht in meinem Kompetenzbereich liegt. Der Eintritt war kostenlos, aber keinesfalls umsonst. Durchgeknallte Kunstliebhaber, alternative Jugendliche und einige Schaulustige schlängelten sich durch die abbruchreife Halle. Zwischen verrosteten Metallträgern und kargem Beton konnten die Kunstwerke vollends glänzen. Die Jungkunst-Bar in der Halle lud am Abend mit DJ-Sounds, oder diversen Bands zum gemütlichen Umtrunk ein. Ansonsten war mein persönliches Highlight das „Fumoir“. In einem kleinen Raum in der Halle, durfte geraucht werden. Das Mobiliar bestand komplett aus alten Einkaufswagen. Die Wagen sind zu Sitzgelegenheiten geflext, abgefeilt und bearbeitet worden. So konnte ähnlich einem Autoscooter, rauchend, durch den Raum gerollt und gerempelt werden. Die Discokugel an der Decke des Zimmerchens hat der Raucherzelle eine noch abgedrehtere Stimmung verpasst. Solche Veranstaltungen braucht der Student und die Studentin braucht es bestimmt auch…