Sonntag, 26. September 2010

Kurioses zum Sonntag: Schoggi und Geburtenkontrolle

Dass die Schweiz ein schönes, interessantes und vor allem neutrales Land ist, vermuteten wir ja schon vor unserem Auslandsaufenthalt, aber wie kurios manche Begebenheiten und Zustände sind, wird uns nur langsam bewusst. Weil es doch so einiges gibt, über das der deutsche Student schmunzelt, oder auch rätselt, habe ich eine neue Rubrik. Jeden Sonntag werde ich etwas Lustiges, Rätselhaftes, Spannendes, Unterhaltendes und speziell schweizerisches vorstellen.
Zum Start der neuen Rubrik habe ich einen Süßigkeitenautomat am Bahnhof genauer unter die Lupe genommen. Zwischen Schoggi aller Art und aller möglichen Getränke haben sich ein paar echte Schmankerl versteckt. Direkt neben dem Emmi-Erdbeerdrink hat sich doch glatt der gute „C-Ice“, original schweizer Cannabis-Ice-Tea versteckt. Guten Stoff für 3,50 CHF am Automat zu kaufen, scheint mir persönlich auf jeden Fall eine faire Angelegenheit.
Falls man aber den Abend nicht alleine mit dem Kräuterdrink auf dem Sofa verbringen will, hat der Automat die Lösung. Ceylor-Kondome sind für schlappe 5 CHF, im Fach 37, zu haben. Damit vor dem Akt die Stimmung etwas gelockert wird, gibt es in Fach 39 noch das lange Zigarettenpapier. Damit kann man über die Lunge noch nachlegen, was vorher nicht durch „C-Ice“ erreicht wurde. Falls das Ceylor-Präservativ versagen sollte gibt es am Automat auch noch den richtigen Artikel: „Maybe Baby“ ist im Fach 36 für den sagenhaften Preis von 15 CHF zu erhalten. Einen Schwangerschaftstest am Automat anzubieten ist doch mal eine gute Sache. Immer erhältlich, ohne Apotheke, ohne Stress, einfach mal kaufen und drüberpinkeln und schon weiß man, bzw. Frau, ob ein kleiner Urs unterwegs ist. Tip Top, die Bahnhofsautomaten!

Donnerstag, 23. September 2010

Der Anfang

Meine kurzzeitige Blog-Abstinenz lässt sich auf die Tatsache zurückführen, dass diesen Montag der Ernst des Studentenlebens begonnen hat. Seit vier Tagen legen wir unsere akademische Bildung in Schweizer Hände.
Am Montag mussten wir richtig früh raus. Um 8 Uhr Morgens starteten wir vier mit „Medienforschung“ ins Wintersemester. Bis 16:15 Uhr ging es um Validität, Intersubjektivität, Reliabilität und viele andere, alte Freunde aus der Empirie. Insgesamt denke ich, dass es eine gute Wiederholung von „Empirische Methoden“ und „Wissenschaftliches Arbeiten“ im Zusammenhang mit Medien wird.
Am Dienstag war ich der Frühaufsteher, weil ich ab 10 Uhr „Organisationskommunikation“ besucht habe. Für die Mädels ging es erst später los. Also ging es mal wieder mit dem Velo (deutsch: Fahrrad) die 6 Kilometer zur ZHAW. Mit meiner Präsentationspartnerin Nena werde ich bis in zwei Wochen eine Präsentation zum Thema „Corporate Identity und Image“ vorbereiten. Über dieses Thema muss ich im Anschluss auch noch eine Seminararbeit schreiben. Nach OK, die Abkürzung für Organisationskommunikation, in der Schweiz wird vieles abgekürzt, hatte ich erst einmal eine lange Mittagspause. Die Pause habe ich für einen kleinen Stadtbummel und eine Tour durch die Gebäude der Hochschule genutzt. Nach dem Mittag hatten wir vier zusammen Journalistik. Dort müssen wir ebenfalls präsentieren und eine Seminararbeit schreiben. Als Joker haben wir in unserem Dreier-Präsentations-Team noch einen österreichischen Kollegen aus Graz dazubekommen.
Die engagierten Studenten des ESN (European Student Network) in Winterthur haben uns den Dienstagabend mit einer Infoveranstaltung und anschließendem Umtrunk versüßt. Wer danach noch nicht müde war, ging mit ins „Zimmer 31“, einem kleinen Club. Dort lernten wir noch Studenten aus der ganzen Welt kennen. Aus Spanien, Italien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Taiwan, China, Österreich, England und sogar aus Venezuela sind Studenten und Studentinnen in Winterthur. Nach einem genialen, internationalen Abend war das Velo mal wieder unser bester Freund auf dem Weg nach Hause.
Am nächsten Morgen war Schauspiel angesagt. Offiziell nennt sich die Veranstaltung „stand up“. Unsere TrainerInnen sind allerdings allesamt SchauspiellehrerInnen, deswegen werde ich des Weiteren nur noch von Schauspiel schreiben. Jeden Dienstag von 9 bis 16:15 Uhr werden wir Körpersprache, Aussprache, Präsentation und noch vieles mehr üben. In kleinen Gruppen mit acht bis zehn Studierenden geht’s ab jetzt ins Eingemachte. Die erste Lektion hat richtig Spaß gemacht, obwohl einen die Übungen, Spiele und Lektionen manchmal an Grenzen treiben.
Heute hatte ich einen freien Tag, die Mädels waren in der FH. Deswegen nutzte ich die Zeit ganz hausmännisch, spießig für die Haushalts- und Gartenpflege. Rasenmähen, Wäsche waschen und Einkaufen standen auf der Agenda. Im Anschluss war ich in der Küche tätig und habe, auf Wunsch der Damen, eine Spinat-Lachs-Lasagne gekocht. Ein echt teurer Spaß in der Schweiz, das Essen hat uns gesamt rund 30 Franken gekostet, dafür sind wir nun gut gestärkt und gesättigt. Morgen haben wir von 8 bis 16:30 Uhr „Wirtschaft“, für uns ganz ungewohnt, an einem Freitag die Hochschule zu betreten. Die Gelsenkirchener JPRlerInnen wissen von was ich schreibe.
Danach geht es dann nach Zürich zur ESN-Welcome-Party aller Incomings von Wädenswil, Winterthur und Zürich. Neuigkeiten gibt es dann am Wochenende, wenn wir uns von unserer ersten ZHAW-Woche und der Party erholt haben.

Auf den Bildern: Die Mädels beim Pfadfinden; Der Abendhimmel über unserem Häusschen; Die Luxuslasagne in der Pfanne und auf dem Teller

Sonntag, 19. September 2010

Auf Tour: Stein am Rhein und Konstanz

Nach dem Besuch des spektakulären Rheinfalls haben wir am Samstag eine kleine Tour an den Bodensee gemacht. Der Morgen begann mit einem siegreichen Kampf gegen den Fahrkartenautomaten am Metropol-Bahnhof Reutlingen. Wenn man sich nicht auskennt, kann sogar der Fahrkartenkauf in einem deutschsprachigen Land zur Hürde werde.  Im Zug nach Stein am Rhein sind wir gleich auf eine Horde lustiger Schweizer Sportler getroffen, die mit Bier und jeder Menge guter Laune auf dem Weg zu der, laut ihrer Auskunft, kleinsten schweizer Brauerei in Stammheim waren. Ein lustiger Plausch über Sprache, Dialekte und den Beziehungsstatus der Mädels war ein willkommener Zeitvertreib auf der Fahrt.
Stein am Rhein ist ein wirklich sehenswertes Fleckchen Erde. Durch die, bestimmt arbeitsreiche, Restauration an den Gebäuden, fühlten wir uns unverzüglich mehrere Jahrhunderte zurückversetzt.
Am Mittag sind wir mit der Bahn nach Konstanz weitergefahren. Wieder in Deutschland angekommen haben wir uns einen entspannten Nachmittag bei schönstem Sonnenschein genehmigt. Im Biergarten am Bodenseeufer haben wir nach dem Stadtbummel und einem Spaziergang über das Gelände des „Deutsch-Schweizerischen-Oktoberfest“ die Energiereserven wieder aufgetankt. Während die Mädels beim Shopping waren, habe ich mir das Sea Life angeschaut und gelernt, dass in der Arktis drei viertel der Süßwasserreserven unseres Planeten liegen und Pinguine in der Mauser keinen Bock auf gar nichts haben. Nach wichtigen Lektionen, wie den eben erwähnten, war mein Wissensdurst für den gestrigen Tag gestillt und der Rückweg konnte guten Gewissens angetreten werden.
Weil es in der Schweiz Vieles gibt, nicht aber einen bestimmten probiotischen Zaubertrunk in kleinen grünen Fläschchen, der anscheinend für ein zufriedenes, gesundes Leben notwendig ist, war es von Nöten, im Edeka einen Vorrat mit gefühlten fünf Kilo einzukaufen. Das diese Milchproduktmenge für eine Dame, zum Tragen, aber zu schwer ist, wurde scheinbar ignoriert und der Mann zum Packesel degradiert. Bleibt nur zu hoffen, dass meine Ankündigung, so etwas zum ersten und letzten mal getan zu haben, anhaltende Wirkung hinterlassen hat…

Freitag, 17. September 2010

Auf Tour: Rheinfall in Schaffhausen

Die netten Menschen vom ESN (Erasmus Student Network) haben uns mit rund weiteren 80 Incomings gestern Abend in das Nachtleben eingeführt. In „kleinen“ Gruppen mit ungefähr 30 Studenten waren wir in drei Bars, haben Frei-Shots und Getränke zu Spezialpreisen getrunken und uns danach im „Gardens Club“ alle wieder getroffen. Nach einer gelungenen Pub-Tour durch die Szenelokale von Winterthur ging es heute wieder früh raus. Nach der offiziellen Begrüßung und einer kurzen Einführung an der ZHAW sind wir mit den Incomings vom Departement Angewandte Linguistik zum Rheinfall in Schaffhausen gefahren.
Studis aus Spanien, Italien, Österreich, Schottland und Deutschland haben mit uns den größten Wasserfall Europas bestaunt. Auf Kosten des Instituts sind alle mit Schweizer Wurscht, Bier, Eis, Kaffee und allem was das Herz begehrt verköstigt worden. Bei der anschließenden Bootstour über die Wassermaßen haben wir das Naturspektakel aus der Nähe beobachten können. Ein gelungener Einführungstag geht zu Ende und in unserem Häuschen gehen wahrscheinlich auch bald die Lichter aus…

Donnerstag, 16. September 2010

Gesichtsrestaurationsequipment & Co

Anbei eine visuelle Gegenüberstellung von Kosmetikartikeln mit denen Männer ins Auslandssemester reisen mit denjenigen einer Frau. Der kleine Drogeriemarkt um die Ecke hat nicht so eine Auswahl...

Erste Bilder

Der Ausblick aus meinem Zimmer in den Innenhof

Mein Zimmer und Arbeitsplatz für das nächste Semester
Wir hatten bei der Wohnungssuche das große Glück, dass uns eine freundliche Frau ihr komplettes Haus vermietet hat. Sie und ihre drei Kinder halten sich die nächsten Monate in Israel auf, wo ihr Mann arbeitet.

GRÜEZI


Herzlich Willkommen und Grüezi werte Leserin, oder werter Leser, zu meinem kleinen Auslandstagebuch.
Vom malerischen Gelsenkirchen hat es meine drei Kolleginnen und mich nach Winterthur in die Schweiz verschlagen. An der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften werden wir bis Januar lernen, leiden und triumphieren.
An sich nichts besonderes, allerdings werde ich mich in den nächsten Monaten gegen die geballte Macht von drei Frauen durchsetzen müssen.
Was mir in der WG alles passiert und wie sich das Studium und das Studentenleben in der Schweiz entwickelt könnt ihr ab jetzt regelmäßig hier lesen.
Das Team in der Schweiz