Montag, 20. Dezember 2010

Kurioses zum Sonntag: Piktogramm-Wahnsinn

In öffentlichen Verkehrsmitteln wird hier viel Wert auf gute Sitten und ordentliches Benehmen gelegt. Das wird auch allen Fahrgästen auf übergroßen Tafeln unmissverständlich eingetrichtert. Piktogramme vom Feinsten. Herr Professor Ballstaedt hätte seine wahre Freude (falls Sie es selber lesen Herr Ballstaedt: Beste Grüße nach Deutschland und eine entspannte Zeit zwischen den Jahren). Das erste Bild zeigt uns deutlich, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln zu rauchen ist. Nicht dem Vordermann in den Nacken pusten, sondern immer nach oben, wo es keinen Mitreisenden stört. Zusätzlich ist es Engeln strikt verboten ihre Flügel auf Hüfthöhe zu tragen. Unästhetisch! Wo kommen wir da hin, wenn das alle machen. Gitarre im Stehen zu spielen wird auch nicht gerne gesehen. Die Schweizer sind ein gemütliches Volk. Wenn musiziert und gesungen wird, dann im Sitzen.
Auf Bild Nummer zwei wird dem fleißigen Handwerker abgeraten Möbel in den Öffentlichen zu bauen. Bei der Ruckelei ist das nicht einfach.  Wenn es gar nicht anders geht, sollte man die Arbeit wenigstens im Stehen verrichten, damit kein unschöner Eindruck entsteht und den Tischlern keine Faulheit unterstellt werden kann. Zuletzt sollen die sportlichen Fußballer ihre Muskulatur anständig dehnen. Wenn die Sportler nach gespieltem Spiel in den Öffentlichen ausdehnen, dann aber bitte ordentlich, mit beiden Beinen auf Streckung. Unsaubere Nachbereitung sportlicher Aktivitäten wird in der Schweiz einfach nicht toleriert. Alles sinnvolle Hinweise und nur gut für das Allgemeinwohl.

Sonntag, 19. Dezember 2010

Gastbeitrag von Marlene: Weihnachtsfeier der ZHAW Winterthur

Vorab, dieser Beitrag kommt aus Marlenes Feder, bzw. Tastatur. Ich distanziere mich ausdrücklich vom Inhalt und der dort vorgestellten Realität. Die Übergänge zwischen Wirklichkeit und Fiktion verschwimmen im folgenden Text meiner Meinung nach enorm, aber lest selbst:


Wir habens ihnen gezeigt. Den Schweizern. Wie man ordentlich feiert. So wie wir das in den letzten zwei Jahren in Gelsenkirchen auf der JAF gelernt haben. Exzessiv. Und mit LEGEN – wait for it – DARY-Charakter. Die ebenso legendäre Reutlinger-WG hat das Auslandssemester ausklingen lassen, auf der Weihnachtsparty der ZHAW. Bei Bier (Wolle), Schakalaka (Sindy), gespritzten Weißwein (Larissa) und Chucky Lucky (meiner einer). Ach ja, nicht zu vergessen der Gratis-Glühwein, der wirklich schon einige Leute dazu brachte um 16 Uhr dort aufzutauchen. Ungewöhnliche frühe Startzeit für ein Tanz- und Trinkgelage. Aber wir haben gesehen: es funktioniert. Wie angekündigt war das Ding dann auch um 23 Uhr zu Ende. Die Zeit dazwischen lässt sich eigentlich kaum in Worte fassen, was nicht nur der leicht löchrigen Erinnerung geschuldet ist. Wir haben uns gefreut noch mal mit all den Schweizern (und natürlich den anderen Deutschen ;)) zu feiern, die uns in den letzten drei Monaten ans Herz gewachsen sind. Doch bevor es hier zu sentimental wird, wechseln wir schnell zu Gossip von der Party. Es kam endlich zu einem WG-Tänzchen auf das einige WG-Mitbewohner laut eigener Aussage schon die ganze Zeit gewartet haben. Bad Santa hatte a) ein verdammt schlechtes Gedächtnis  oder ist b) verdammt dumm.  (Wer benutzt bitte einen Edding, der mit ein bisschen Spucke wieder weg gewischt werden kann? ;)) Verrückt übrigens: Jacken wurden an der Garderobe in Müllsäcke gepackt, auf die eine Nummer geklebt wurde. Und es gibt in der Schweiz fast überall Schwarzlicht-Stempel. Am Morgen danach ist man also nicht zugekleistert mit schwarzen Stempeln. Super Sache. Weiter im Text: Eine WG-MitbewohnerIN (die Autorin dieses Textes weiß nicht, ob sie IHREN Namen aus rechtlichen Gründen hier angeben darf) hat eine neue Anmach-Technik entwickelt. Einfach Männer anrempeln. Dann kommt man jedes Mal ins Gespräch. Kreative Sache. Ein WG-Mitbewohner (die Autorin dieses Textes weiß nicht, ob sie SEINEN Namen aus rechtlichen Gründen hier angeben darf) hat auf dem gesamten Rückweg versucht die Autorin dieses Textes in den Schnee zu werfen. Scheiß Sache. Aber hat er ja nicht geschafft. Und die Kleinste im Bunde (die Autorin dieses Textes weiß nicht, ob sie IHREN Namen aus rechtlichen Gründen hier angeben darf) hat es den ganzen Abend (und vermutlich auch nicht bis zur Veröffentlichung dieses Textes) nicht geschafft Chucky Lucky richtig auszusprechen. Also Leute: Schakalaka! Besser kann man den Abend sowieso nicht in einem Wort beschreiben!

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Hollywood-Kitsch in Züri

  

Das Video spricht für sich. Wie in einem kitschigen, amerikanischen Liebesfilm. Das einzige, was noch gefehlt hat, war Julia Roberts, die mit Hugh Grant händchenhaltend über das Eis schlittert. Sogar die Wände des Landesmuseums waren mit Sternen bestrahlt. Die ganze Kulisse hat uns einfach dazu eingeladen, einen Glühwein zu trinken und uns über den Kitsch zu amüsieren. So was habe ich noch nie erlebt...

Auf Tour: Picasso geschüttelt aber nicht gerührt mit Schuss

Gestern hat es mich wieder nach Züri verschlagen. In der Möchtegern-Hauptstadt werden gerade bedeutende Werke von Pablo Picasso ausgestellt. Weil ich wahrscheinlich nicht so oft im Leben die Chance habe, rund 60 der bedeutendsten Picasso-Werke zu bewundern habe ich diese Gelegenheit genutzt. Nach meiner letzten Veranstaltung in Organisationskommunikation habe ich mich mit Larissa Richtung Zürich aufgemacht.
Die Abschlussveranstaltung von OK, wie dieses Seminar hier genannt wird, war sehr interessant. Thomas Hügli, Leiter der internen und externen Kommunikation der AXA Winterthur, hat zum Thema ‚Corporate Responsibility’ referiert. Anschließend konnten wir uns bei einer Fragerunde mit dem Kommunikationsexperten austauschen.
Aber zurück nach Züri. Im Kunsthaus Zürich hatte Pablo Picasso 1932 seine allererste Museumsretrospektive. Zum hundertjährigen Bestehen des Kunsthauses wurde diese bedeutende Ausstellung rekonstruiert. Von frühen Werken, über den Kubismus, bis hin zu den ersten surrealen Werken war alles vertreten, was das Kunstliebhaberherz höher schlagen lässt. Weil ich mich selber weder als klassischen Kunstliebhaber, noch als Sachverständigen einschätze, habe ich mich einfach überraschen lassen. Mit Desiree (einer schweizer Kommilitonin) und Larissa habe ich mich vom Audioguide durch die Ausstellung lotsen lassen. Ein kleines handyähnliches Gerät, verrät einem bei einigen Gemälden und bei Betätigung der entsprechenden Tasten mehr über die künstlerische Phase und die Entstehungsgeschichte. Der kleine Kasten hat sich als sehr lehrreicher Helfer herausgestellt.  So bleibt zumindest hängen, dass Picasso teilweise ein ganz schöner Hallodri war, der sich trotz Ehering und Kind nicht von so mancher Affäre zurückhalten hat lassen. Nach knapp eineinhalb Stunden mit den teilweise verstörenden Werken Picassos, haben wir die Segel gestrichen. Um das ganze Gesehene zu verarbeiten, sind wir auf den Weihnachtsmarkt gegangen. Während Larissa sich am überdimensionalen Swarovski-Weihnachtsbaum (http://de.wikipedia.org/wiki/D._Swarovski_%26_Co.) erfreut hat, habe ich mich über die gesalzenen Preisen an den Ständen amüsiert. Anschließend haben wir die Straßenseite gewechselt und sind in eine kleine Hollywood-Kulisse geschlittert. Doch davon beim nächsten Eintrag mehr.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Kurioses zum Sonntag: Outlaws in Appenzell

Der Schweizer an sich, lässt sich schon mal ungern bevormunden und vorschreiben lässt er sich gleich gar nichts. Einen besonderen Fall der Gesetzlosigkeit habe ich in Appenzell miterlebt. Ich war quasi mittendrin statt nur dabei. Der Aufstand kleiner Bürger gegen Bundesgesetze. Die Revolte gegen die Obrigkeit. Eine Rebellion gegen die Legislative. Den Namen des gemeinten Lokals möchte ich deshalb nicht nennen. Am Tatort selbst saßen die Köpfe der Revolution an einem massiven, runden Holztisch. Alle mit dem Corpus Delicti in den Händen. Die meisten mit Zigarette, oder Zigarillo,  mancher sogar mit einer geschwungenen Holzpfeife. Bei feinem Appenzeller Bier, oder einem Schoppen Wein wurde das weitere Vorgehen besprochen. Geehrt, dass ich bei so einem richtungweisenden Erlebnis dabei sein durfte, gesellte ich mich mit meinen Begleiterinnen und Begleitern zu den Revoluzzern. Aus Solidarität und purer Bewunderung zündeten sich auch die meisten von uns einen Glimmstängel an. Nach viel blauem Dunst und einem Getränk verließen wir die urige Kneipe wieder, damit die Herren und Damen im Inneren ungestört weiter an ihren Plänen arbeiten konnten. Welches Schnippchen werden sie der Obrigkeit wohl als nächstes schlagen?

Freitag, 10. Dezember 2010

Nachtrag: Superkalifragilistischexpiallegetisch

Der Semesterendspurt in der Schweiz fordert seinen Tribut. Wir haben einiges an Arbeit um die Ohren und leider komme ich nicht ganz so oft zum Bloggen wie ich mir das wünsche. Jetzt habe ich mir allerdings etwas Zeit genommen, um über ein besonderes Ereignis zu berichten. Ein wirklich besonderes Ereignis. Das vorletzte Wochenende wird mir immer in Erinnerung bleiben. Wir hatten Besuch. Wir hatten besonderen Besuch. Wir hatten sogar ganz besonderen Besuch. Freundinnen und Freunde aus Deutschland waren da. Genauer gesagt, bzw. geschrieben, die JPRler waren da. „Leida gar nisch alle, leida nein“, aber das wäre auch schwierig geworden. Insgesamt sind trotzdem sieben Kommilitoninnen und Kommilitonen aus Gelsenkirchen angereist, die die weite Reise raus aus der EU gewagt haben. Diese sieben mutigen Mitstreiterinnen und Mitstreiter haben den Tanz auf  Messers Schneide, den Tanz mit Barbra Streisand gewagt. Ehre wem Ehre gebührt und so haben wir auch gleich eine Festtafel mit Speisen und Fässer mit Ambrosia bereitgestellt und ein Labsal veranstaltet. Mit einigen unserer schweizer Kolleginnen und Kollegen und einem Schwung der Erasmus-Genossinnen und Genossen haben wir sodann in unseren eigenen Hallen getafelt und gezecht. Uns einige, uns beglücktes Häuflein Studierende, denn welche an diesem Abend ihr Bier mit mir genossen werden auf ewig Teil meiner schweizer Geschichte sein.
Nach unserem Festgelage am Freitagabend sind wir am Samstag gen Zürich gezogen, um Kultur und touristische Werte nicht zu vernachlässigen. Dass ich mit den Jungs nach der ersten anstrengenden Etappe in der Großstadt Bundesliga im Pub geschaut habe, versteht sich von selbst. Sogar zwei der holden Maiden haben uns Gesellschaft geleistet, während die konditionsstarken anderen Damen auf Shoppingtour gegangen sind. Erschöpft vom Tagewerk, aber dennoch zu Allem bereit wurde am Samstagabend wieder aufgetischt. Gestärkt vom Mahl zog eine Truppe in eine wohlbekannte Gastschenke, während die Anderen bei Film und Getränk ausharrten und ihre Rückkehr erwarteten. Wieder vereint wurde der vergangene Abend reflektiert und die Reste der Ambrosia geleert. Auch am Sonntag konnten wir köstlich speisen und im Anschluss unsere Gäste verabschieden. Ungern ließen wir sie gen Deutschland ziehen, aber die Freude dieses Wochenendes und die Vorfreude auf ein Wiedersehen erleichterten uns diesen Abschied wenigstens etwas.
Die geneigte Leserin, oder der geneigte Leser, welche, oder welcher nicht alles in diesem Text verstanden zu haben glaubt, beruhige ich. Wir sind nicht mehr oder weniger verrückt als sonst. Falls die Wonderboys meine Zeilen lesen, speziell Markus und Micha, dann bleibt mir nur zu sagen: Zu schade, dass ihr nicht alle hier sein konntet. Das gleiche gilt natürlich auch für Bianca. Und an Kristina, Julia, Linda, Jeanny, Phil, Niclas und Dennis: This weekend was LEGEN… wait for it …DARY!! Habt Dank dafür.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

In Concert: Royal Republic und Ska P

Ein ereignisreiches, musikalisches Wochenende liegt hinter mir. Am Freitag bin ich mit Marlene im Gaswerk (http://www.gaswerk.ch/programm/programm) gewesen. Dort haben wir für das Online-Fanzine allschools.de ‚gearbeitet’. Zuerst haben wir die Jungs von Royal Republic interviewt und ich muss sagen, ich bin immer noch begeistert. Die Jungs sind sympathisch, witzig und durchgeknallt. Danach haben wir uns die Vorband ‚Goodbye Fairbanks’ angesehen (Fotos von mir: http://www.allschools.de/gallery/1284615/). Das Royal Republic-Konzert im Anschluss hat ordentlich gerockt. Die Schweden wissen Bescheid, wie sie das Publikum zum Kochen bringen können. Ich war größtenteils mit dem Fotografieren beschäftigt, während Marlene das Konzert genießen konnte (Fotos von Royal Republic: http://www.allschools.de/gallery/1284616/). Schade das nur knapp 130 Konzertbesucher da waren, die Band hat auf jeden Fall mehr Publikum verdient. Die Interviewgeschichte von Marlene wird auch die nächsten Tage auf allschools.de erscheinen. Es empfiehlt sich diese zu lesen, sie ist meiner Meinung nach sehr fein geschrieben.
Samstag war ein Arbeitstag. Mit Mario, dem Kollegen aus Graz und Larissa musste ich noch die Präsentation für Journalistik vorbereiten. Wenn ich nach diesem Semester eines nicht mehr hören will, dann ist es das Wort ‚Qualitätskriterien’. Nach mühevollem Kampf durch die medienwissenschaftlichen Abgründe der Qualitätsforschung haben wir schlussendlich doch gesiegt. Am Samstag haben wir von Mittag bis Abends, abgesehen von einer Spaghetti-Pause durchgearbeitet. So sind Larissa und ich leider etwas später in die Eulachhallen (http://www.eulachhallen.ch/) gekommen. Dort sind wir aber noch rechtzeitig zu ‚Ska P’ erschienen. Das wir Vorbands wie ‚Sondaschule’ verpasst haben ist zwar ärgerlich, aber im Semesterendspurt wohl kaum zu vermeiden gewesen. Und Ska P hat sich richtig rentiert. Die Ska-Senioren können es noch und zwar laut und lang (Videos: http://www.youtube.com/watch?v=PegtG5_6ZSo; http://www.youtube.com/watch?v=vx-RiTLB9Dg). Ein weiterer Vorteil, die Wenigsten verstehen die spanischen Texte, ansonsten wäre die Stimmung vielleicht nicht ganz so gut gewesen. Die meisten Liedtexte kritisieren Globalisation, Religion, Faschismus und Unterdrückung, Themen, die nicht unbedingt zum Feiern einladen. Trotzdem hat die Halle gebrodelt bis das Wasser von der Decke getropft ist und die Wenigsten haben sich nicht rhythmisch bewegt. Nach dem Konzert hat die Halle einem Schlachtfeld aus leeren Bierbechern und Zigarettenstumpen geglichen, herrlich versifft. Alles in Allem, ein geniales Konzertwochenende in Winterthur.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Kurioses zum Sonntag: Gerechtigkeit und Kommerz


Dass die Schweizer ein gar lustiges Völkchen sind, habe ich ja hier schon mehrfach geschrieben. Was sie sich aber hierbei gedacht haben, ist mir ein absolutes Rätsel. In der Berner Fußgängerzone bin ich auf folgendes gestoßen. In der ‚Gerechtigkeitsgasse’ gibt es sowohl das Geschäft ‚REICH & CO’ als auch das ‚CAFE DU COMMERCE’. Als ich das gelesen habe, musste ich unweigerlich an die Wahlwerbekampagne der Linken denken: ‚Reichtum für Alle’ und ‚Reichtum besteuern’. Irgendwie etwas schizophren. Die Geschäftsinhaber haben allerdings auf jeden Fall Humor bei der Ortswahl bewiesen. Zudem muss ich erwähnen, dass Gerechtigkeit in der Schweiz auch irgendwie etwas mit Geld zu tun hat, nur muss es denn gleich Reichtum sein? Müssen alle ausländischen Klischeebilder der Schweiz erfüllt werden? Muss so offensiv mit wirtschaftlichem Wohlstand umgegangen werden? Ja, es muss…

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Glühmarkt

Weihnachtsbeleuchtung taucht die Fußgängerzone in warmes Licht. Der Schnee rieselt langsam und behäbig vom Abendhimmel auf das kalte Kopfsteinpflaster und vereinigt sich dort mit Seinesgleichen. Ein idyllischer Klischee-Winterabend wie er in einem Kinderbuch gemalt sein könnte. Ideale Voraussetzungen für den ersten Besuch des Weihnachtsmarkts. Nach dem allseits beliebten Schauspiel-Seminar wurden Mützen aufgesetzt, Handschuhe angezogen und der Schal um den Hals gewickelt. Gemeinsam haben wir uns auf den Weg zum Christkindlsmarkt gemacht. Dass wir uns kurz verlaufen haben ist wohl dem starken Schneefall und den damit einhergehenden schlechten Sichtverhältnissen geschuldet gewesen. Endlich am Ziel angekommen haben wir natürlich direkt den nächsten Glühweinstand angesteuert. Schließlich mussten wir uns nach dem strapaziösen Hinweg durch die eisige Fußgängerzone erst einmal innerlich wärmen. Was folgt ist eine Mischung aus rotem Glühwein, weißem Glühwein und Jagertee. Zudem mussten wir, als alle alkoholischen Getränke nicht mehr geholfen haben und die Zehen kalt wurden, eine kurze Aufwärmpause im ‚Fahrenheit’ ( http://www.fahrenheit-bar.ch/) machen. Was uns aber nicht daran gehindert hat, danach noch einen anderen Glühweinstand zu testen. Mittwochsstammtisch auf dem Weihnachtsmarkt statt Mittwochsstammtisch im Pub war auf jeden Fall die richtige Entscheidung. O du Fröhliche…

Sonntag, 28. November 2010

Kurioses zum Sonntag: NZZ im falschen Abteil

Wie diese Qualitätszeitung sich ins falsche Fach verirren konnte bleibt wohl ewiglich ein Rätsel. Ich kann nur spekulieren, wie die ‚Neue Zürcher Zeitung’ in das Fach der Gratiszeitung ‚20 Minuten’ gekommen sein könnte. Hier vier mögliche Lösungen des Rätsels:
  1. Ein verärgerter NZZ-Leser hat die Zeitung dorthin befördert, weil er auf einen Qualitätsverlust der Zeitung aufmerksam machen will.
  2. Ein verärgerter 20 Minuten-Leser hat die Zeitung in das Fach gelegt, um sein Qualitätsverständnis zu demonstrieren.
  3. Ein Zeitungsleser hat das 20 Minuten-Fach einfach als Abfall für seine gelesene NZZ verwendet.
  4. Ich habe die Zeitung dort deponiert und gaukle hier etwas mordsmäßig kurioses vor.

Winter in Winterthur

Es ist weiß in Winterthur. Vor diesem Wochenende hat es das erst mal richtig geschneit. Pünktlich bevor unsere Wochenend-Gäste aus Gelsenkirchen eingetroffen sind hat es angefangen. So konnte Winterthur mit der winterlichen Puderzuckerlandschaft ganz gut die Schweizklischees erfüllen. Das Beste daran, der Schnee bleibt sogar liegen, zuvor ist das weiße Nass immer sofort wieder weggetaut. Das Schlechteste daran, der Himmel ist grau und die Temperatur eher ungemütlich. Aber das Wochenende war sensationell.
Bei meinem nächsten Eintrag werde ich über das Wochenende mit den sieben Sportsfreundinnen und Sportsfreunden aus Gelsenkirchen etwas näher berichten. Gemeinsam haben Kommilitoninnen und Kommilitonen  uns hier während unseres Auslandssemesters in der Schweiz besucht. So hatten wir endlich mal wieder geballte JPR-Stimmung. Ausführlicheres gibt es später. Ich kann so viel sagen, es war ein Traum…

Sonntag, 21. November 2010

Kurioses zum Sonntag: Illegales Entenrennen in der Berner Innenstadt

Spektakuläres spielt sich in der Berner Innenstadt ab. Im Stadtkanal hat das große Entenrennen stattgefunden. Für dieses einmaligen Renn-Event der Spitzenklasse müssen einige Faktoren zusammenkommen:
  1. Mindestens zwei mittelmäßig Bekloppte Erasmus-Studenten
  2. Eine Idee
  3. Einen Stadtkanal mitten in der Fußgängerzone
  4. Einen Touri-Laden, der neben schweizer Schoggi und Offiziersmessern zufällig Badeenten verkauft
Das Beweisvideo folgt in Kürze. Recht herzlichen Dank mal wieder an Jens, für das Video und einen mehr als gelungenen Tag.

    Donnerstag, 18. November 2010

    Auf Tour: Bern

    Was schwer möglich erscheint, bewahrheitet sich dennoch. Die besichtigten Städte in der Schweiz werden immer schöner. Luzern und Zürich sind sehr schöne Städte, aber Bern ist außergewöhnlich. In der schweizer Hauptstadt leben 130 000 Menschen, dementsprechend überschaubar ist die Innenstadt. Durch schmale Gassen und Fußgängerzonen zwischen alten Gebäuden sind alle Lokalitäten schnell zu erreichen.
    Das Münster besticht durch Anmut und Größe. Auf dem Bundesplatz, direkt neben der schweizer Nationalbank erstreckt sich das Bundeshaus. Hinter dem Bundeshaus von den Terrassen hatten wir einen wunderbaren Blick über Bern. Am Horizont, ähnlich unwirklich einer Fotomontage erheben sich die Berge. Eiger, Mönch und Jungfrau strecken ihre rund 4000 Meter hohen Gipfel in die Wolken. Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter. Bei strahlendem Sonneschein und angenehmen Temperaturen sind wir durch die Innenstadt geschlendert.
    Nach der Fußgängerzone in der Altstadt, welche UNESCO-Weltkulturerbe ist, haben wir die Nydeggbrücke und damit die Aare überquert. Von dort fällt der Blick sofort auf den Bärengraben. Er ist Teil des Bärenparks in Bern. Zu Ehren des Wappentiers der Hauptstadt und des ganzen Kantons wurde ein großer Park für die Bären gebaut. Im Park leben momentan die Eltern Finn und Björk mit ihren Kindern Berna und Ursina. Die kleinen Bären sind ein richtiger Publikumsmagnet und so bestaunen und begaffen an manchen Tagen Tausende die Bärenfamilie.
    Nach einem traumhaften Tag mit Layla, einer schweizer Kommilitonin, Jens, Sindy und Larissa sind wir im Dunkeln wieder zurück nach Winterthur gefahren. Das Leben wie es sein sollte.
    (Fotos: 1. Blick über Bern; 2. Kirche in der Innenstadt; 3. Bundeshaus; 4. Unsere Reisetruppe; 5. Eiger, Mönch und Jungfrau v.li.; 6. Münster; 7. Bärenpark von der Nydeggbrücke aus fotografiert; 8. Bär Finn; 9. Sonnenuntergang







    Montag, 15. November 2010

    Kurioses zum Sonntag: Digital-Jesus

    Glücklicherweise wissen einige Kommilitoninnen und Kommilitonen von meinem Blog. In diesem Fall ist es ein echter Kommunikationsexperte gewesen, der mich auf folgendes Aufmerksam gemacht hat. Danke an Jens für dieses Bild. Mein Kollege hat mich mit nebenstehendem Bildmaterial versorgt, weil er von meiner Sonntags-Kuriositätenecke weiß. Gesichtet wurde diese wunderbare, nennen wir sie mal, Kirchenanzeige, in Zürich. Erinnert etwas an „Jede Zelle meines Körpers ist glücklich…“. Insgesamt ist es aber eine clevere Idee die Mitmenschen zu erheitern. In jedem Fall spricht nichts gegen "Ich freue mich und bin fröhlich".  Persönlich wäre ich eher für stärkere interreligiöse Botschaften wie: „Shalom“; „Salam“; „Möge die Macht mit dir sein“, oder auch „Hüte dich vor der dunklen Seite der Macht“.Aber noch ist nicht aller Tage Abend und vielleicht finde ich dort das nächste mal wenn ich vorbei komme einen Briefkasten für Spruch-Vorschläge...

    Donnerstag, 11. November 2010

    Auf Tour: Zürich

    Der Blick auf die Stadt ist atemberaubend. Dank guter Aussicht streift der Blick den Zürichsee, das Fraumünster, den Limmat und in der Ferne die schneebedeckten Gipfel der Alpen. Bei besserem Wetter können bestimmt noch mehr Schönheiten bewundert werden. Zürch, oder Züri, wie die Stadt hier genannt wird, ist die größte Stadt der Schweiz. Bei 380 000 Einwohnern werden manche Kommilitoninnen und Kommilitonen aus dem Pott wahrscheinlich schmunzeln, für die Schweiz ist es riesig. In der Agglomeration leben insgesamt rund 1,1 Millionen Menschen.
    Die massiven Steinbrücken über den Limmat und die vielen alten und grauen Gebäude mit Säulen und Erkern verleihen Züri etwas Mittelalterliches. Die Promenade am Zürichsee gewährt einen traumhaften Blick über Teile des Sees. Vorbei am Zwingli-Denkmal schlängelt sich der Zürcher von Marroni-Stand zu Marroni-Stand. Allgemein gibt es in der Schweiz überall Esskastanien zu kaufen, im Supermarkt genauso wie auf der Straße. Aber in Zürich ist es extrem, alle 200 Meter steht ein kleiner Wagen, oder Stand und verkauft die braunen Kugeln. Richtig zubereitet sind die mehlig-nussig schmeckenden Marroni ein echter Gaumenschmaus.
    In der Stadt klingen viele verschiedene Sprachen durch das Stimmengewirr. Italienisch, Französisch, Schwiizerdütsch, Hochdeutsch und noch einige Sprachen und Dialekte mehr dringen ans Ohr. Was am Tag, bei schlechtem Wetter schon richtig schön ist bekommt aber in der Nacht eine ganz eigene Ausstrahlung. Oder eher Anstrahlung, Stromverbrauch scheint kein Thema zu sein, alle größeren Gebäude und Brücken in der Stadt werden beleuchtet. Wenn die Dunkelheit hereinbricht verstummt das Stadtleben noch lange nicht. Bars, Kneipen, Lounges und Clubs werben mit Leuchtschrift und laden zum Essen, oder zum Getränk. Groß, aber nicht reizüberflutend und unüberschaubar präsentiert sich Zürich als gemütliche Weltstadt mit Charme und Schönheit. Fazit: Immer einen Besuch wert!

    Sonntag, 7. November 2010

    Kurioses zum Sonntag: Grammatikalischer Minimalismus


    Unsere Schweizer Freunde haben einige sprachliche Besonderheiten. Ob das nebenstehende Schild, bzw. die Aussage auch dazugehört, vermag ich nicht zu sagen. Gefunden habe ich es vor einer Dönerbude, die kaum mehr als zehn kleine Tische im Inneren hat. Ob das die normale Ausdrucksweise ist, um den vorbeilaufenden potentiellen Gästen zu erzählen, dass es nun einen Raucherbereich im Inneren gibt, bleibt auch schleierhaft, zumal seit kurzem der Nichtraucherschutz in der Schweiz sehr ernst genommen wird. Zuerst habe ich es als Aufforderung verstanden ein eigenes Raucherabteil zu eröffnen. Nach dieser kurzen Freude musste ich feststellen, dass es kein Satzzeichen gibt, welches meine Annahme bestätigen konnte. Die Nähe des Schildes zum Bahnhof hat mir auch Mut gemacht. Vielleicht darf ich in der Schweiz auf der nächsten längeren Zugfahrt ja mal legal und nicht nur auf der Toilette rauchen. Auch diese Theorie musste ich leider bei der nächsten Zugfahrt verwerfen. Naja, dass es in Deutschland einmal Raucherabteile in Zügen und zwar nur in Zügen gab, ist auch schon lange her. Theorie hin, Theorie her, sei’s drum, demnächst werde ich wohl mal investigativ das Raucherabteil besichtigen und mir einen Döner für neun Franken genehmigen.

    Donnerstag, 4. November 2010

    Auf Tour: Jungkunst Winterthur


    Durchgeknallte junge Künstler rocken die Industrieruinen Winterthurs. Man kann es als Neuling in Winterthur kaum glauben, aber die Stadt gilt als die ehemalige Industriestadt in der Schweiz. Ein bisschen Pott in der Schweiz also. In Winti, wie die Eingeborenen die Stadt oft nennen, gab es bis in die Achtziger eine florierende Maschinenindustrie. Firmen wie Sulzer und Rieter haben ihre Produkte in die ganze Welt verkauft. Wo einst verdreckte Industriearbeiter Metall gedreht und gefeilt haben stehen heute Kulturzentren. In einer dieser alten Maschinenhallen haben junge Nachwuchskünstler am vergangenen Wochenende ihre Werke präsentiert. Jungkunst (http://www.jungkunst.ch/) nennt sich die regelmäßig stattfindende Veranstaltung.
    Bei prächtigem Sonnenschein und äußerst angenehmen Temperaturen hat zuerst eine kleine Tour durch die Stadt gut getan. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Altstadt sind wir zur Ausstellung geschlendert.
    Die Werke hätten unterschiedlicher nicht sein können. Fotografien, Fotomontagen, Zeichnungen, Malereien, Skulpturen und noch einiges mehr, dessen korrekte Bezeichnung nicht in meinem Kompetenzbereich liegt. Der Eintritt war kostenlos, aber keinesfalls umsonst. Durchgeknallte Kunstliebhaber, alternative Jugendliche und einige Schaulustige schlängelten sich durch die abbruchreife Halle. Zwischen verrosteten Metallträgern und kargem Beton konnten die Kunstwerke vollends glänzen. Die Jungkunst-Bar in der Halle lud am Abend mit DJ-Sounds, oder diversen Bands zum gemütlichen Umtrunk ein. Ansonsten war mein persönliches Highlight das „Fumoir“. In einem kleinen Raum in der Halle, durfte geraucht werden. Das Mobiliar bestand komplett aus alten Einkaufswagen. Die Wagen sind zu Sitzgelegenheiten geflext, abgefeilt und bearbeitet worden. So konnte ähnlich einem Autoscooter, rauchend, durch den Raum gerollt und gerempelt werden. Die Discokugel an der Decke des Zimmerchens hat der Raucherzelle eine noch abgedrehtere Stimmung verpasst. Solche Veranstaltungen braucht der Student und die Studentin braucht es bestimmt auch…

    Sonntag, 31. Oktober 2010

    Kurioses zum Sonntag: Frauenparkplatz

    Die Schweiz präsentiert sich uns Ausländern immer wieder als innovatives Land. Frauenparkplätze sind ein alter Hut. Unsere Nachbarn sind da schon viel weiter, hier gibt es auch Frauensitzplätze. Da kann die Frau nicht nur ihr motorisiertes Vehikel in dunklen Nächten abstellen und sicher parkieren. Hier kann die Frau nach 20 Uhr sogar ihren Allerwertesten in Busfahrernähe parken und sich absolut sicher fühlen. Auf den ersten Blick lustig, auf den zweiten Blick sinnvoll und auf den dritten Blick wieder lustig. Auf jeden Fall hören die Schweizer nicht auf, mir lustigen, kuriosen und sehenswerten Stoff für weitere Geschichten zu liefern.

    Fußballvideo

    Hier ein kleiner Einblick in die Kurve. Die Verständlichkeit der Fan-Gesänge war teilweise eher, wie wenn ich mir SSC Neapel gegen Slovan Liberec angeschaut hätte, was der Sympathie für die Fans aber keinen Abbruch getan hat. Es waren zwar nicht viele Menschen im Stadion, aber die Fans, die treu hinter ihrer Mannschaft stehen, haben das ganze Spiel eine top Stimmung gemacht.

    Donnerstag, 28. Oktober 2010

    Auf Tour: FC Zürich gegen FC Luzern


    Bei Temperaturen, die eher an Eishockey erinnern, haben wir uns Fußball angeschaut. Im Stadion Letzigrund hat am Mittwochabend das Spitzenspiel der schweizer Axpo Super League stattgefunden. In einem Nachholspiel sind der Tabellenführer Luzern und der Drittplatzierte Zürich aufeinander getroffen.
    So sind wir am späten Nachmittag nach „Schauspielerei“ direkt nach Züri gefahren. Mit einigen Kommilitonen, bzw. deren Freunden und Bekannten, haben wir uns die Zeit bis zum Anpfiff in einer kleinen Bar unweit des Stadions vertrieben. Gut gestärkt und aufgewärmt sind wir zum Stadion gepilgert. Die Sicherheitskontrollen am Stadion sind, wenn man deutsche Verhältnisse gewöhnt ist, ein Witz. Ich wurde nicht einmal abgetastet. Meiner Meinung nach verläuft das in der Schweiz lockerer und weniger verkrampft als bei uns. Bei eisigen Temperaturen sind wir in der Züri-Kurve gestanden. Nach nur drei Minuten ist auch schon das 1:0 für den FCZ gefallen. Ein gelungener Start ins Spiel. Ingesamt war beim Spiel ganz schön viel Gerumpel dabei, aber die beiden Mannschaften haben gekämpft und gearbeitet. Die meisten Fangesänge habe ich immerhin verstanden, bei einigen speziellen Liedern war ich allerdings etwas ratlos und musste mir von den schweizer Kollegen übersetzen lassen. Auffällig war die gute Stimmung im Stadion. Die Fans waren voll dabei und haben das ganze Spiel fast pausenlos angefeuert und gesungen. Die rund 12 000 Zuschauer konnten sich nach dem Abpfiff auch nicht über das leistungsgerechte 2:2 der Mannschaften beschweren. Bevor wir das Stadion verließen, haben wir uns noch einen Burger an einer Imbissbude geholt. Nach dem Spiel sind alle Esswaren an den Ständen deutlich billiger. So sind wir in den Genuss eines 3 CHF-Burgers gekommen, der nicht nur lecker, sondern auch groß war.
    Bevor wir mit dem letzten Zug aus Züri wieder nach Winterthur fuhren, haben wir uns bei einer anderen Bar für die Heimreise gestärkt. Beim Austausch über das Spiel haben wir den Abend dort gemütlich ausklingen lassen.